

Rund 100 Besucherinnen und Besucher kamen am 29. August zum dritten Schwarzwälder Weidetag nach Schönwald. Auf den Weideflächen der Familie Dold beim Hofcafé Näbbe Duss standen einen Tag lang Weidetierhaltung, Weidetechnik, Herdenschutz und der Austausch unter Praktikern im Mittelpunkt.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom BLHV-Kreisverband Villingen-Donaueschingen und dem Herdenschutzprojekt Südschwarzwald. Das Projekt wurde vom BLHV, dem Naturpark Südschwarzwald und der Erzeugergemeinschaft Schwarzwald Bio-Weiderind initiiert. Der Standort in Schönwald bot mit seinen typischen Schwarzwälder Geländegegebenheiten einen passenden Rahmen, um Technik und praktische Lösungen direkt auf der Weide zu zeigen.
Rund 15 Aussteller präsentierten ihre Produkte und Dienstleistungen. Besonders im Bereich der Weidetechnik gab es zahlreiche Möglichkeiten, sich über neue Entwicklungen zu informieren und verschiedene Systeme direkt vor Ort anzuschauen. Dabei ging es nicht nur um neue Technik, sondern vor allem um die Frage: Was funktioniert im Schwarzwald und lässt sich im betrieblichen Alltag sinnvoll einsetzen?
Auch der Herdenschutz nahm einen breiten Raum ein. Die Firmen Wußler Landhandel und Zaunflo zeigten verschiedene Lösungen für wolfsabweisende Festzäune und erläuterten unter anderem Möglichkeiten für Tore, Ecklösungen und besondere Herausforderungen auf der Zauntrasse. Die Firma Haas Landschafts- und Baumpflege präsentierte Produkte von AKO, darunter Lösungen für eine smart gesteuerte Weidezäunung. Mobile Zaunsysteme und entsprechendes Zubehör zeigten unter anderem Fritz Göbel und Rappa. Auch Gallagher informierte über seine Produkte und kündigte an, künftig in der Schwarzwaldregion stärker präsent sein zu wollen.
Für Aufmerksamkeit sorgte außerdem ein Auf- und Abwickelgerät mit einer Rolle für mobile Weidenetze, das sowohl als Raupenfahrzeug, PKW-Anhänger als auch als Traktoraufbau eingesetzt werden kann. Sebastian Walter war eigens aus Mecklenburg-Vorpommern angereist, um das Gerät vorzuführen. „Mit zwei Personen können wir in 30 Minuten je nach Gelände bis zu einem Kilometer Zaun auf- oder abbauen, was 20 Weidenetzen entspricht“, erläuterte er bei der Vorführung.


Neben Technik und Herdenschutz bot der Weidetag auch Gelegenheit, sich über weitere Themen rund um die Weidetierhaltung zu informieren. Mit dabei waren unter anderem die Bioverbände Naturland und Bioland, die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA), der Landschaftserhaltungsverband Schwarzwald-Baar-Kreis, das KoRind-Projekt, Fürstenberg-THP mit imprägnierten Holzpfählen sowie das Agroforstprojekt des Naturparks Südschwarzwald. Damit wurde deutlich, wie vielfältig die Themen sind, mit denen Weidetierhalter heute konfrontiert sind – von Technik und Herdenschutz über Vermarktung bis hin zu Beratung und Förderung.
Zur offiziellen Begrüßung waren neben Landrat Sven Hinterseh und Schönwalds Bürgermeister Christian Wörpel auch die Landtagsabgeordneten Martina Braun (Die Grünen) und Sebastian Ryt (AFD) sowie Dr. Bärbl Bauerle als Vertreterin des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg vor Ort.
Clemens Hug vom BLHV-Kreisverband Villingen betonte die Bedeutung des Austauschs: „Durch den dürren Sommer und braune Wiesen sind Betriebe im Schwarzwald vor weitere Herausforderungen gestellt. Umso wichtiger ist es, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wie die Weidetierhaltung zukunftsfähig gestaltet werden kann.“
Auch für Rebecca Müller, Projektkoordinatorin des Herdenschutzprojekts Südschwarzwald, ist der Austausch zwischen Praxis, Beratung und Politik entscheidend. Nach knapp drei Jahren Projektlaufzeit sieht sie für die Zukunft insbesondere bei Förderung, Innovation und Kommunikation Handlungsbedarf: „Damit sich Betriebe langfristig im Herdenschutz gut aufstellen können, braucht es sichere und zuverlässige Förderstrukturen des Landes, Raum für Innovation und Weiterentwicklung sowie eine praxisnahe Begleitung.“
Der Schwarzwälder Weidetag zeigte damit vor allem eines: Die Weidetierhaltung steht vor Herausforderungen, gleichzeitig gibt es zahlreiche Ansätze und technische Lösungen, mit denen Betriebe ihre Arbeit weiterentwickeln können. Der persönliche Austausch zwischen Landwirten, Herstellern, Beratung und weiteren Akteuren bleibt dabei ein wichtiger Baustein.
Für das leibliche Wohl sorgte die Familie Dold mit Kaffee, Kuchen und weiteren Angeboten des Hofcafés. Bei bestem Weidetag-Wetter klang die Veranstaltung mit zahlreichen Gesprächen zwischen Ausstellern, Landwirten und weiteren Gästen aus.

