Erster landkreisübergreifender Austausch der Förderverantwortlichen für Herdenschutzmaßnahmen der unteren Naturschutzbehörden auf dem Feldberg

Am 26. Juni kamen erstmals Vertreterinnen und Vertreter der fünf Projektlandkreise – Waldshut, Schwarzwald-Baar, Emmendingen, Lörrach und Breisgau-Hochschwarzwald – im Rahmen des Herdenschutzprojekts zu einem gemeinsamen Austausch auf dem Feldberg zusammen. Mitarbeitende der unteren Naturschutzbehörden, die in ihren Landkreisen für Förderbelange im Bereich Herdenschutz zuständig sind, nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen und zum fachlichen Dialog.

Der Südschwarzwald gehört zur Förderkulisse „Wolfspräventionsgebiet“. In diesem Gebiet werden Herdenschutzmaßnahmen durch die Naturschutzverwaltung umfassend gefördert, um Weidetierhaltung auch in wolfsbesiedelten Regionen langfristig zu ermöglichen. Charlotte Steinberg, Leiterin der Abteilung Herdenschutz an der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, gab einen Überblick über das aktuelle Wolfsmonitoring, dokumentierte Rissvorfälle und über die Entwicklungen im Herdenschutz in Baden-Württemberg.

Ein besonderer Mehrwert des Treffens war der direkte und offene Austausch mit Christine Fabricius (landesweite Kompetenzstelle Landschaftspflegeförderung) und Malte Bickel (Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, Referent für Wolfsmanagement). Neben der Beantwortung zahlreicher Fragen gaben sie wertvolle Einblicke in Abläufe und Hintergründe aktueller Förderprozesse.

Das Treffen bot mit 15 Teilnehmenden einen Rahmen für einen intensiven Austausch auf Augenhöhe. Es war ein erster Schritt hin zu einem regelmäßigen Dialog auf Arbeitsebene. Im Mittelpunkt standen drei Leitfragen, die aus der Praxis heraus immer wieder gestellt werden:

  • Wie kann die Dauer des Förderprozesses verkürzt werden?
  • sollten Verfahren landkreisübergreifend vereinheitlicht werden?
  • Ist die Förderungen praxistauglich oder kann sie in Zusammenarbeit von Ämtern und Tierhalter einfacher gestaltet werden?

Eine abschließende Beantwortung dieser Fragen war an diesem Tag nicht möglich – das Treffen diente vielmehr dem offenen Austausch, der Bündelung von Erfahrungen und dem gegenseitigen Verständnis. Die zusammengetragenen Hinweise und Anregungen wurden dokumentiert und werden in Folgeveranstaltungen weiter vertieft.

Ein besonderer Programmpunkt war die eigens aufgebaute Zaunausstellung mit unterschiedlichen Herdenschutzmaterialien – darunter Zäune, Netze und passendes Zubehör. Diese bot wertvolle Einblicke in die praktische Umsetzung geförderter Maßnahmen und deren Tauglichkeit im Alltag.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Landkreise berichteten aus ihrer täglichen Arbeit, benannten sowohl aktuelle Herausforderungen als auch gelungene Förderbeispiele. Besonders deutlich wurde dabei: In den unteren Naturschutzbehörden arbeiten engagierte und erfahrene Fachleute, die mit hohem Einsatz die Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen vor Ort begleiten. Die Rückmeldungen zum Austausch waren positiv – der Wunsch nach einer Fortsetzung dieses Formats wurde mehrfach geäußert.