Halbzeit beim Herdenschutzprojekt Südschwarzwald

Offizielle Übergabe des Halbzeitberichts an Umweltministerin Thekla Walker Bernau im Schwarzwald – Das Herdenschutzprojekt Südschwarzwald erreicht die Projekthalbzeit: Am 19. Dezember 2025 übergaben die Projektträger und das Team des Herdenschutzprojekts auf dem Goldbachhof in Bernau den Halbzeitbericht offiziell an Ministerin Thekla Walker MdL, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.


Das Herdenschutzprojekt Südschwarzwald arbeitet seit Oktober 2023 an der praxisnahen Weiterentwicklung und Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen bei Rindern. Mit dem Halbzeitbericht legt das Projektteam eine erste umfassende Bilanz der
bisherigen Ergebnisse und Erfahrungen vor. Diese zeigen: Herdenschutz ist in den Projektbetrieben angekommen. Intensive Beratung, Unterstützung bei Förderanträgen und zahlreiche Austauschformate haben den Herdenschutz sichtbar auf die Fläche gebracht. Über 550 Personen kamen durch Veranstaltungen und Vernetzung direkt mit dem Projekt in Kontakt.
Die Forstliche Forschungs- und Versuchsanstalt Baden-Württemberg (FVA), die den Herdenschutz im Land koordiniert, zog eine positive Zwischenbilanz: Das Projekt hat sich als echter Katalysator bei der Umsetzung von Maßnahmen in den Betrieben, aber auch bei der Erfassung von Knackpunkten beim Thema Herdenschutz erwiesen. Besonders hervorzuheben ist der vertrauensvolle und offene Dialog zwischen allen Beteiligten. Dies stellt einen zentralen Erfolgsfaktor für die Umsetzung und Weiterentwicklung von Herdenschutzmaßnahmen dar.
Bernhard Bolkart, Präsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes e. V. (BLHV), verdeutlichte: „Das Herdenschutzprojekt spielt für uns eine zentrale Rolle. Besonders wichtig war, dass wir eine Herdenschutzberatung mit „Stallgeruch“ und praktischer Erfahrung in der Rinderhaltung erhalten haben. So konnten wir den Betrieben nicht nur konkrete Hilfestellungen bieten, sondern auch zu einer Versachlichung eines nach wie vor stark emotional geprägten Themas, dem Wolf, beitragen. Die Diskussion um das Thema verläuft heute deutlich ruhiger, sowohl auf Seiten der Landwirtinnen und Landwirte als auch auf Seiten des Naturschutzes. Die Weiterentwicklung der Richtlinien für den „Zumutbaren Herdenschutz bei Rindern“ ist ein Beispiel für die Zusammenarbeit: Unsere Anliegen wurden gehört und die Richtlinien entsprechend angepasst. Möglich wurde das dadurch, dass Praktikerinnen und Praktiker im Herdenschutzprojekt-Team sind.“


„Der Naturpark als Kooperationspartner ist stolz darauf, was in den ersten zwei Jahren des Herdenschutzprojekts zusammen mit dem Berufsstand geleistet worden ist. Für die Zukunft ist aber wichtig, dass aus dem Projekt ein Programm wird, sodass die individuelle Beratung landwirtschaftlicher Betriebe zum Herdenschutz fortgesetzt werden kann“, so
Hannelore Reinbold-Mench, stellvertretende Vorsitzende des Naturpark Südschwarzwald e. V. Markus Kaiser, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Schwarzwald Bio-Weiderind, hob hervor: „Das A und O für erfolgreichen Herdenschutz ist eine fundierte Beratung sowie die konsequente Umsetzung und Begleitung während der gesamten Maßnahme – und
genau das macht das Projekt überhaupt erst möglich.“. „Für die breite Masse der Landwirtinnen und Landwirte ist das zentrale Thema des Herdenschutzprojektes, was beim Herdenschutz möglich ist und gleichzeitig wo dieser an seine Grenzen stößt.“, beschreibt Valentin Sonner aus dem Kreisvorstandsteam Hochschwarzwald des BLHV, die Situation für die Landwirtinnen und Landwirte aus der Gebietskulisse.
Die zweite Projekthalbzeit startet mit dem Ziel, Herdenschutz weiter zu etablieren. Die strukturelle Weiterentwicklung vom Projekt zum Programm soll weiterverfolgt werden. Das über Jahre aufgebaute Wissen soll langfristig gesichert werden.