Das Herdenschutzprojekt Südschwarzwald war im Rahmen einer Bildungskooperation zu Gast an den landwirtschaftlichen Berufsschulen in Freiburg und Radolfzell. Rund 45 Auszubildende des zweiten Lehrjahres der Edith-Stein Schule Freiburg und dem Berufsschulzentrum Radolfzell erhielten einen praxisnahen Einblick in aktuelle Entwicklungen im Herdenschutz und die Anforderungen an einen funktionierenden Weidezaun.
Im theoretischen Teil vermittelte Projektleiterin Rebecca Müller gemeinsam mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) Grundlagen zum Wolfsmanagement, zu Herdenschutzmaßnahmen in der Rinder-, Schaf- und Ziegenhaltung sowie zum Ablauf eines Rissgeschehens. Darüber hinaus wurden die Anforderungen an wolfsabweisende Zäune und die Bedeutung eines zumutbaren Herdenschutzes erläutert. Die Schülerinnen und Schüler erhielten dabei Einblicke in die praktische Arbeit des Herdenschutzprojekts Südschwarzwald und konnten aktuelle Fragestellungen aus der Weidetierhaltung diskutieren.
Im anschließenden Praxisteil vermittelte Herdenschutzberater plus Simon Zimmermann Grundlagen des fachgerechten Zaunbaus. Die Auszubildenden führten verschiedene Praxisübungen durch, stellten Zaunverbindungen her, lernten die Durchführung eines Erdungstests kennen und begutachteten unterschiedliche Zaunmodelle und Materialien. Dabei wurde deutlich, wie entscheidend eine fachgerechte Planung, der richtige Aufbau und die regelmäßige Kontrolle für die Funktionalität von Elektro- und Herdenschutzzäunen sind.


Die Schultermine gehen auf eine Initiative des Herdenschutzprojekts Südschwarzwald zurück, das landwirtschaftlichen Berufsschulen eine Zusammenarbeit zu den Themen Herdenschutz und Zaunbau angeboten hatte. Ziel ist es, aktuelles Fachwissen frühzeitig in die Ausbildung zu integrieren und den Austausch zwischen Praxis, Beratung und den zukünftigen Betriebsleiterinnen und Betriebsleitern zu stärken.
„Herdenschutz wird langfristig ein wichtiger Bestandteil der Weidetierhaltung bleiben. Umso wichtiger ist es, angehenden Landwirtinnen und Landwirten bereits während ihrer Ausbildung praxisnahes Wissen und aktuelle Entwicklungen zu vermitteln“, betont Projektleiterin Rebecca Müller.
Mit den Unterrichtseinheiten in Freiburg und Radolfzell konnten die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen zu Herdenschutz, Wolfsmanagement und Zaunbau erweitern und neue Impulse für die praktische Umsetzung auf den eigenen Betrieben mitnehmen.