Florian Meier, Inhaber des über 400 Jahre alten Meierhofs im badischen Vöhrenbach, präsentiert, wie er seine 300 Zwergnasenschafe und seine 150 Auerwollochsen effektiv vor Wolfsangriffen schützt. Neben modernen Mobilzaunsystemen kommen bei ihm auch digitale Überwachungs- und Alarmsysteme zum Einsatz. Mit Erfolg!

Gemeinsam für den Erhalt der Kulturlandschaft im Südschwarzwald

Wie lässt sich Herdenschutz mit der Nutzung unserer Kulturlandschaft vereinbaren? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Treffens am 26. September, zu dem das Herdenschutzprojekt Südschwarzwald gemeinsam mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) und dem Umweltministerium Baden-Württemberg Touristiker:innen aus der Region eingeladen hatte. Ziel war ein Austausch, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln, wie Herdenschutzmaßnahmen und Tourismus in der Kulturlandschaft des Südschwarzwalds zusammengedacht und umgesetzt werden können.

Die Rückkehr des Wolfs nach Baden-Württemberg stellt Weidetierhaltende vor neue Herausforderungen. Zaunsysteme sind oftmals notwendige Maßnahmen, um Weidetiere zu schützen. Doch diese beeinträchtigen die Nutzung der Landschaft. Wanderwege kreuzen Zäune, Loipen verlaufen durch Weideflächen, touristische Infrastruktur wie Sitzbänke oder Aussichtspunkte werden tangiert. Gleichzeitig sind Erholungssuchende wichtige Kund:innen: Sie schätzen regionale Produkte, wie beispielsweise Schwarzwald Bio-Weiderinder, die auf Weiden gehalten werden.

Einblick und Austausch am Goldbachhof

Den Auftakt des Treffens bildete ein Besuch am Goldbachhof in Bernau. Rebecca Müller, Projektkoordinatorin des Herdenschutzprojekts, gab einen Überblick über die bisherigen Maßnahmen und die Ziele des Projekts. Am Hof wurde ein wolfsabweisender Festzaun installiert, der sowohl die Offenstallungen sichert als auch als Kälberweide dient. Auf dieser Weide, wo nun ein Festzaun installiert wurde, verläuft eine Langlaufloipe, die weiterhin nutzbar bleibt. In enger Abstimmung mit der Gemeinde Bernau und der Familie Kaiser wurden zwei Tore in die Zauntrasse integriert. Ein gelungenes Beispiel für gelebte Kooperation zwischen Landwirtschaft und Gemeinde.